Heinz Tetzner: Im Sessel, Farbholzschnitt, 2002, ca. 74 x 55 cm
Bei einem Holzschnitt werden alle nicht zu druckenden Teile des Motivs aus einer Holzplatte herausgeschnitten. Danach wird diese Platte eingefärbt und entweder per Hand oder mithilfe einer Druckpresse gedruckt.
Für einen mehrfarbigen Holzschnitt wird eine weitere Druckplatte angefertigt.
Hier sehen Sie von links nach rechts die Farbplatte, die Druckplatte und den fertigen Druck.
Auf der Koppel, Farbholzschnitt, 1971, ca. 39 x 53 cm
„Fragt man nach der Grundaussage, die mein Schaffen durchzieht, so darf man meine Zuneigung zu Mensch, Tier und Landschaft, also der gesamten Schöpfung, als Kernstück meiner Konfession ansehen, keine Merkmale der Technik oder Bauwerke der Zivilisation, nichts, was die zeitlose Sinnlichkeit der Natur beschädigen könnte.
Hier liegt die Quelle für die immer wieder durchbrechende expressionistische Grundhaltung in meiner Kunst, die Ursache für meine weitgehende Ablehnung einer nur realistischen Wiedergabe der Welt.“
Katzen II, Druckstock (links) und Holzschnitt (rechts), 1961, ca. 55 x 38 cm
Heinz Tetzners Mitgefühl galt den Menschen, Tieren und der Natur gleichermaßen. Viele streunende Katzen fanden im Tetzner-Haushalt ein neues Zuhause, auch Katzenjunge wurden aufgezogen.
Der Künstler studierte die Tiere genau und erfasste ihr Wesen in Zeichnungen, Gemälden und im Holzschnitt.
Heinz Tetzner: Im Sessel, Farbholzschnitt, 2002, ca. 74 x 55 cm
Bei einem Holzschnitt werden alle nicht zu druckenden Teile des Motivs aus einer Holzplatte herausgeschnitten. Danach wird diese Platte eingefärbt und entweder per Hand oder mithilfe einer Druckpresse gedruckt.
Für einen mehrfarbigen Holzschnitt wird eine weitere Druckplatte angefertigt.
Hier sehen Sie von links nach rechts die Farbplatte, die Druckplatte und den fertigen Druck.
Heinz Tetzner: Die Kerze, Holzschnitt, 1951, 30 x 20 cm | Klaus Süß: Eva, Holzschnitt, 2018, 120 x 70 cm
Die Künstler Heinz Tetzner und Klaus Süß wenden sich auf eigene Weise lebensnahen Themen zu:
Heinz Tetzners „Die Kerze“ widmet sich einem stillen, nachdenklichen Moment und strahlt innere Ruhe und Kraft aus.
Klaus Süß ergründet auf spielerische Art zwischenmenschliche Beziehungen und Geschlechterrollen. Die Themen sind stets aus dem Leben gegriffen. Zu „Eva“ schreibt er: „Das Nachdenken der Eva – bringt sie die Sünde, ist sie die Verlängerung der Schlange oder ist der Apfel ein Geschenk an Adam, um die Flucht aus dem Paradies anzukündigen?“
Heinz Tetzner: Die Kerze, Druckstock, 30 x 20 cm, 1951 | Klaus Süß: Eva, bemalter Druckstock, 2018, 120 x 70 cm
Gespräch zwischen meinem Professor und mir, Acryl, Öl und Spray auf Leinwand, 2005, 200 x 200 cm
„Das Gemälde zeigt eine der vielen stürmischen Beratungen zwischen mir und meinem Malereiprofessor (Vladimír Skrepl ). Das Dreieckssymbol stellt die visuelle Form von Vladimír dar, der sich nach einer kurzen Diskussion sehr direkt ausdrückte –
gutes Bild oder schlechtes Bild
Oft, nicht nur bei mir, hat es mein Selbstvertrauen auf den Nullpunkt gebracht. Heute weiß ich, dass es so richtig war…“
Veronika Landa
„Obraz zachycuje jednu z mnoha bouřlivých konzultací mezi mnou a mým profesorem malby (Vladimír Skrepl). Symbol trojúhelníku znázorňuje vizuální podobu Vladimíra, který po krátké diskuzi se vyjádřil velmi přímo –
dobrý obraz nebo špatný obraz
Mnohokrát, nejenom mne to srazilo sebevědomí na nulu. Dnes vím, že to bylo tak správně…“
„Ein Spaziergang im Wald – etwas so Einfaches, Beruhigendes. Wir müssen nicht unbedingt dutzende Kilometer laufen, wir müssen nur in aller Ruhe wahrnehmen, wie sich die Waldumgebung auf uns auswirkt, und versuchen, unsere Sinne anzusprechen, zuzuhören …
Wenn du einen Seelenverwandten hast, der auf einer Wellenlänge ist, dann entschleunigst du und kannst die Erfahrung und ihre Auswirkungen vertiefen, Gedanken beiseite schieben und präsent sein.“
Veronika Landa
„Procházka v lese – něco tak prostého, uklidňujícího. Nemusíme nutně ujít desítky kilometrů, stačí jen tiše vnímat, jak na nás prostředí lesa působí a zkusit zapojit smysly, zaposlouchat se …
Pokud máte sebou spřízněnou duši na stejné vlně, pak zpomalíte a dokážete zážitek a jeho účinky prohloubit, odsunout myšlenky a být přítomna .“
Prinzessin, Öl, Acryl und Spray auf Leinwand, 2021, 100 x 150 cm
„Gemälde aus der Prinzessinnen-Serie.
Durch eine Reihe von Fürstenporträts – opulent, arrangiert – versuchte ich, in die Welt des Adels des tiefen Mittelalters einzutauchen, wo eine ganze Reihe von Abscheulichkeiten geschehen, und es erscheint ihnen ganz normal.
Toxische Beziehungen, ständiger Kampf um Macht, sich verschlechternde Moral, aber auch auffällige Perücken, übertriebenes Make-up. Dekadenz hat mich zu dieser eher düsteren Serie inspiriert.“
Veronika Landa
„Obraz z kolekce Princess.
Prostředníctvím série portrétů knížat – opulentních, naaranžovaných, jsem se pokusila vstoupit do světa šlechty hlubokého středověku, kde se děje celá řada odporností, a jim to případá zcela normální.
Toxické vztahy, neustálý zápas o moc, pokleslá morálka, ale i honosné paruky, přehnané líčení. Dekadence mi byla inspiraci při tvorbě této poněkud ponuré série.“
Erleuchtung, Öl und Acryl auf Leinwand, 2019, 135 x 175 cm
„Faszination menschliches Gehirn – Organ steuern und integrieren. Ich habe mich schon immer dafür interessiert, wie die synaptische Verbindung funktioniert, wie alles reibungslos und perfekt funktioniert.
Ich genieße das Mosaik des psychologischen Labyrinths, die wachsende Nervosität, wie weit wir gehen können, denn in jedem Wahnsinn steckt etwas Neues.“
Veronika Landa
„Fascinující lidský mozek – řídící a integrující orgán. Vždy mne zajímalo, jak fungují synaptická spojení, jak je vše plynulé a perfektně načasované.
Baví mne mozaika psychologického labyrintu, stoupající nervozita, kam až můžeme dojít, protože v každém šílenství je něco nové.“
Gespräch zwischen meinem Professor und mir, Acryl, Öl und Spray auf Leinwand, 2005, 200 x 200 cm
„Das Gemälde zeigt eine der vielen stürmischen Beratungen zwischen mir und meinem Malereiprofessor (Vladimír Skrepl ). Das Dreieckssymbol stellt die visuelle Form von Vladimír dar, der sich nach einer kurzen Diskussion sehr direkt ausdrückte –
gutes Bild oder schlechtes Bild
Oft, nicht nur bei mir, hat es mein Selbstvertrauen auf den Nullpunkt gebracht. Heute weiß ich, dass es so richtig war…“
Veronika Landa
„Obraz zachycuje jednu z mnoha bouřlivých konzultací mezi mnou a mým profesorem malby (Vladimír Skrepl). Symbol trojúhelníku znázorňuje vizuální podobu Vladimíra, který po krátké diskuzi se vyjádřil velmi přímo –
dobrý obraz nebo špatný obraz
Mnohokrát, nejenom mne to srazilo sebevědomí na nulu. Dnes vím, že to bylo tak správně…“
„Bizarres Porträt eines Mannes und seiner Mutation mit einem Hai.
Das Bild entstand mit einem zeitlichen Abstand, als Erinnerung an das Studium an der Akademie und an die Zeit, als das Atelier der klassischen Malerei und das Atelier der modernen Malerei eine Art Kampf austrugen, und so sind die Bilder entstanden, die Gänsehaut verursachen…
Das Gemälde ist Teil der Shark Men-Serie.“
Umělkyně píše o své práci:
„Bizarní portrét muže a jeho mutace se žralokem .
Obraz vznikl s časovým odstupem, jako vzpomínka na studium na akademii a období, kdy ateliér klasické malby a ateliér moderní malby vedl jakýsi souboj a tak vznikli obrazy, z kterých mrazí …
Heinz Tetzner: Die Kerze, Holzschnitt, 1951, 30 x 20 cm | Klaus Süß: Eva, Holzschnitt, 2018, 120 x 70 cm
Die Künstler Heinz Tetzner und Klaus Süß wenden sich auf eigene Weise lebensnahen Themen zu:
Heinz Tetzners „Die Kerze“ widmet sich einem stillen, nachdenklichen Moment und strahlt innere Ruhe und Kraft aus.
Klaus Süß ergründet auf spielerische Art zwischenmenschliche Beziehungen und Geschlechterrollen. Die Themen sind stets aus dem Leben gegriffen. Zu „Eva“ schreibt er: „Das Nachdenken der Eva – bringt sie die Sünde, ist sie die Verlängerung der Schlange oder ist der Apfel ein Geschenk an Adam, um die Flucht aus dem Paradies anzukündigen?“
Heinz Tetzner: Die Kerze, Druckstock, 30 x 20 cm, 1951 | Klaus Süß: Eva, bemalter Druckstock, 2018, 120 x 70 cm
„Bizarres Porträt eines Mannes und seiner Mutation mit einem Hai.
Das Bild entstand mit einem zeitlichen Abstand, als Erinnerung an das Studium an der Akademie und an die Zeit, als das Atelier der klassischen Malerei und das Atelier der modernen Malerei eine Art Kampf austrugen, und so sind die Bilder entstanden, die Gänsehaut verursachen…
Das Gemälde ist Teil der Shark Men-Serie.“
Umělkyně píše o své práci:
„Bizarní portrét muže a jeho mutace se žralokem .
Obraz vznikl s časovým odstupem, jako vzpomínka na studium na akademii a období, kdy ateliér klasické malby a ateliér moderní malby vedl jakýsi souboj a tak vznikli obrazy, z kterých mrazí …
Am 15. September 2023 um 18:00 Uhr fand die Eröffnung im Kultur.Palais.Lichtenstein statt.
Für den gelungenen Auftakt der Ausstellung und die vielen anregenden Gespräche möchten wir uns herzlich bei allen Gästen bedanken!
Bis zum 30. Juni 2024 können die Werke von Klaus Süß und Heinz Tetzner besichtigt werden. Die Ausstellung ist von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.
Begrüßung durch Jochen Fankhänel, Bürgermeister Lichtenstein/Sa.
Laudatio von Uwe Kreißig
Performance von Fräulein panTo.c (Teresa Stelzer) und Jonas Gerigk
Eine Besonderheit der Ausstellung: Druckstöcke und daraus entstandene Drucke, zum Beispiel „Schauen“ von Heinz Tetzner, werden zusammen präsentiert.
von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen, von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
im Kultur.Palais.Lichtenstein, Schlossallee 2, 09350 Lichtenstein/Sa.
Unser besonderer Dank für die freundliche Unterstützung bei den Ausstellungsvorbereitungen gilt:
Klaus Süß
Gabi und Johannes Rabe
Frank Nagel
MUGLER SE
In der neuen Ausstellung zeigen zwei Künstler den Formen- und Farbreichtum des Holzschnittes.
Den Gersdorfer Künstler Heinz Tetzner faszinierte der expressionistische Stil mit kräftigen Farben und schwarzen Konturen.
Im scheinbaren Widerspruch mit dem groben Material schuf er einfühlsame Portraits von stillen, in sich gekehrten Menschen.
Den Schwachen, Kranken, Alten und Kindern gelten seine Aufmerksamkeit und Anteilnahme.
Besonders bewegte ihn der Harlekin, der sein wahres Wesen stets hinter einer fröhlichen Maske verbirgt.
Der Chemnitzer Künstler Klaus Süß beherrscht die aufwändige Technik der verlorenen Form, bei der ein einzelner Druckstock für jede neue gedruckte Farbschicht weiterverarbeitet wird.
Am Ende des Prozesses wird nicht nur aus dem Druck, sondern auch aus dem Druckstock ein Kunstwerk.
Seine Kunst ist dem Menschen gewidmet, vor allem den zwischenmenschlichen Beziehungen und den Spannungen, die daraus entstehen.
Auf der Bühne des Lebens wird gefeiert, getrunken, getanzt, aber auch gestritten und getrauert.
Narren und Könige stehen sich gegenüber und zum Verwechseln ähnlich.